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Bierbrauer in Deutschland

Bierbrauer in Deutschland

Historiker schätzen, dass bereits vor 10000 Jahren als die Menschen Getreide als Nahrungsmittel für sich entdeckten, herausgefunden wurde, dass Hefe zu gähren beginnt, wenn man es mehrere Tage zusammen mit Wasser in der Sonne stehen lässt. Das heutige Bier war das natürlich noch nicht. Hopfenrückstände konnten Forscher bisher lediglich bei Funden ab 600 n. Chr. nachweisen. Wann die ersten Brauereien entstanden, lässt sich heute kaum noch sagen, doch bereits im Jahre 1376 produzierten alleine in Hamburg mindestens 457 Brauereibetriebe Bier.

Heute ist Deutschland in der ganzen Welt bekannt für seine Braukunst. Über 96000 Hektoliter betrug der Ausstoß im Jahr 2016. Wir Deutschen lieben einfach das „kühle Blonde“. Rund 106 Liter Bier trinkt der deutsche Durchschnittsbürger pro Jahr. Im europaweiten Vergleich haben wir da mit Abstand die Nase vorn.

Woraus besteht Bier?

Laut dem 1516 von Herzog Wilhelm IV vorgelegten Reinheitsgebot darf deutsches Bier ausschließlich aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser bestehen. Heute ist das deutsche Reinheitsgebot sogar im Lebensmittelgesetz verankert. Die Bierbrauerei hat sich somit in den letzten 500 Jahren fast nicht geändert. Das Wissen um die Braukunst wurde von Generation zu Generation weitergegeben und folgt einer langen Tradition.

Mehr als 1000 Brauereien gibt es in Deutschland und über 400 davon sind in Bayern ansässig. Das dürfte nicht zuletzt am alljährlichen Oktoberfest liegen. Doch was ist es, das 1000 Brauereien eine Daseinsberechtigung gibt? Kann es bei gerade einmal vier Zutaten so große Unterschiede in den Biersorten geben? Um das herauszufinden sollten wir den Herstellungsprozess etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Und wie wird es hergestellt?

Maische ist der Ausgangsstoff des Bieres und besteht aus einer Mischung aus gemahlenem Malz und Wasser. Diese wird zunächst auf verschiedene Temperaturstufen erhitzt. Im darauf folgenden Läuterungsprozess werden dann die festen Bestandteile der Maische von der Flüssigkeit getrennt. Der dabei entstandenen Flüssigkeit, die der Brauer Würze nennt, wird im nächsten Arbeitsschritt der Hopfen hinzu gegeben und gekocht. Der Hopfengehalt des Bieres entscheidet, ob ein Bier herb oder mild ist. Doch bevor das Bier trinkfertig ist, muss noch die Hefe hinzugefügt werden. Jetzt heißt es abwarten und die Hefe ihre Arbeit verrichten lassen. Die Hefe wandelt den in der Würze gelösten Malzzucker in Kohlensäure und Alkohol um und Jungbier entsteht. Je nach Biersorte kann das bis zu drei Monate dauern.

Die feinen Unterschiede

Man sieht schon, dass es doch einige Stellschrauben gibt, mit denen der Braumeister sein Bier unverwechselbar machen kann und der Teufel steckt wie so oft im Detail. Ob ein Bier trüb oder klar, hell oder dunkel, herb oder mild ist, bestimmt der Bierbrauer über den Grad der Filtration, das Verhältnis von Hopfen zu Malz und über die Temperaturkurve des Brauprozesses. Die Qualität der Zutaten spielt selbstverständlich eine große Rolle. Wie bei einem guten Wein kann ein erfahrener Biertrinker eine hochwertige Getreideernte von einer schlechten unterscheiden.


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Susanne Langner

Susanne Langner ist Inhaberin vom Vitalpunkt und organisiert Kurse, Veranstaltungen und Events. Sie berät Familien, Kinder, Privatpersonen und Firmen. Gerne auch direkt vor Ort und bundesweit.



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